Microstock Preisvergleich – die Geister die ich rief

by Patrick Zeiler on 21. Januar 2010

in Webtrends

Für Einkäufer und Verwender von Bildern, die über Microstock angeboten werden, brechen rosige Zeiten an. Die Microstock-Suchmaschine spiderpic.com schickt sich an den Markt aufzumischen.

Neben einer Suchmaschine bietet spiderpic als Alleinstellungsmerkmal einen Preisvergleich über diverse Microstockagenturen an. In Ihrem Twitterfeed (spiderpic_com) präsentieren die Macher einige besonders signifikante Beispiele für die Bandbreite der möglichen Einsparungen. Leider sind die geposteten Links erst nach einer Registrierung einsehbar, und da sich die Seite im Moment in einer closed-beta Phase befindet, benötigt man zuerst einen Invite-Code. Bei meinem Test ist der Code aber innerhalb von ein paar Minuten per Email eingetroffen.

Sorgen machen dürften oder sollten sich die Agenturen und letztendlich auch die Fotografen. Denn wenn sich dieses Konzept durchsetzt, und erfahrungsgemäß wird es das, ist die logische Konsequenz eine neue Runde im Preiskrieg im Bereich der Stockfotografie. Aus den Beispielen aus spiderpics Twitterfeed zeigt sich, dass bei Alamy ein spezifisches Bild in der Auflösung L $245 kosten kann, während das gleiche Bild bei der Agentur Crestock in vergleichbarer Auflösung für $5 zu haben ist. Dabei stellt sich unweigerlich die Frage, wie es zu dieser Diskrepanz kommt.

Letztendlich hat es in den meisten Fällen der Fotograf in der Hand, welche Lizenzgebühren er für die verschiedenen Größen ansetzt, und kann nach seinem Gusto auch, sofern keine Agentur die Exklusivrechte verlangt, Bilder bei mehreren Agenturen einstellen. Viele Fotografen haben Ihre Bilder offensichtlich nach dem Motto „viel hilft viel” in der Microstockwolke verteilt. Durch spiderpic allerdings bekommen plötzlich Startups, die beim Einstellen des Bildes eventuell wenig bekannt waren und extrem günstige Lizenzgebühren ansetzten, eine neue Ebene der Bedeutung. Der Gedanken „stört ja nicht” beim Uploaden in noch eine Agentur wird zum Stolperstein für das eigene Geschäftsmodell.

Wie die Contentlieferanten darauf reagieren werden bleibt abzuwarten. Manch einer wird auf den Gedanken kommen, seine Bilder wieder aus den Billigstanbietern zu entfernen, was aber je nach AGB des Anbieters unter Umständen nicht möglich ist. Zudem ist der Aufwand enorm und wird möglicherweise durch Affiliateprogramme und Contentsharing erschwert. Die gegensätzliche Reaktion ist noch weiter zu streuen  und noch billiger anzubieten.

Lachende Dritte sind bei diesem Spiel die Verwerter, entweder steigt die Qualität als Hervorhebungsmerkmal oder die Preise fallen noch weiter in den Nachkommabereich. Ich habe die Hoffnung dass sich Qualität durchsetzt, und eventuell sogar das Konzept Microstock langfristig zur Disposition steht.

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