Passend zum Thema der Sendung „Chancen für den Mittelstand im Social Web“, an der ich morgen gemeinsam mit Ossi Urchs und Lev Cribb im CeBIT Studio Mittelstand teilnehmen werde, las ich gerade folgenden Artikel bei EC-Net: „Twitter nur was für die ganz Großen? – Online-Ratgeber zeigt: nur wenige KMU nutzen Twitter.“
Basierend auf einer Auswertung der Antworten von 1.600 Unternehmen im von EC-Net entwickelten „Website-Ratgeber“ wird darin festgestellt, dass gerade 10 Prozent der befragten Unternehmen Twitter als multimediales Element einsetzen. „Dabei sind in 91 Prozent der befragten Unternehmen weniger als 50 Mitarbeiter beschäftigt. Ob die geringe Nutzung an den fehlenden Personal-Ressourcen oder an mangelndem Interesse am Informationskanal scheitert, ist unklar.“
Interessant wäre hierzu eine weitergehende Befragung, die auch die Gründe für die Zurückhaltung vieler KMU nicht nur bei Twitter sondern im Social Web allgemein beleuchtet. Subjektiv betrachtet habe ich in manchen Gesprächen mit mittelständischen Unternehmern den Eindruck, das Schlagworte wie „Social Web“, „Web 2.0“ oder auch „Twitter“ und „Facebook“ wenn überhaupt, dann lediglich als ein weiterer Internet-Hype wahrgenommen werden, der genauso schnell wieder verschwindet, wie er aufgetaucht ist.
All die Buzzwords verdecken dabei möglicherweise die Sicht auf die eigentlich relevante Tatsache: Das Netz wandelt sich – grundlegend, umfassend und unumkehrbar. Dies zu ignorieren und weiter auf statische Web-Konzepte zu setzen („Wir haben eine Website, das reicht doch“) ist meiner Meinung nach ein Fehler. Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen sind die Chancen im Social Web mit seiner direkten, offenen Dialogkultur enorm, denn sie müssen nicht, wie manches Großunternehmen, erst einen vermeintlich persönlichen Dialog initiieren.
Wo der Geschäftsführer ohnehin einen Großteil der Unternehmenskommunikation im Alleingang abwickelt, ist die Basis für direkten Austausch mit Kunden, Interessenten und Partnern auch und gerade über Social Networks von vorneherein gegeben. Da ausnahmslos alle Mittelständler die ich kenne mit viel Engagement hervorragende Produkte und Dienstleistungen anbieten, stets zuerst an Ihre Kunden denken und zu 100% hinter Ihrem Unternehmen stehen, ist noch nicht einmal das „aufsetzen“ einer authentischen Kommunikations-Strategie erforderlich. Es geht lediglich darum, Vorurteile zu den Akten zu legen, Skepsis durch Neugier zu ersetzen und über das gute, das man tut, auch zu sprechen.













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