„Netzökonom“ Holger Schmidt liefert in einem interessanten Artikel im F.A.Z-Blog aktuelle Daten zur Social Media-Nutzung von Führungskräften in Deutschland. Nach einer Online-Umfrage der Deutschen Telekom, der defacto.x und der Selbst-GmbH nutzen derzeit bereits 80% der Führungskräfte soziale Medien, immerhin jeder dritte Befragte kommuniziert aktiv.
Aber: „Während viele Großunternehmen inzwischen intensiv an einer Strategie arbeiten, wie sie Nutzer und damit mögliche Kunden in den sozialen Medien erreichen und für ihre Produkte gewinnen können, sind die meisten kleinen und mittleren Unternehmen von einer „Social-Media-Strategie” noch weit entfernt, hat die Umfrage ergeben.“
Zwar ist auch den kleinen und mittleren Unternehmen die wachsende Bedeutung sozialer Netzwerke offenbar mittlerweile bewusst, eine intensive Auseinandersetzung mit den Chancen, die ein Engagement im Social Web bietet, bleibt aber offenbar an vielen Stellen (noch) aus.
Dies dürfte vor allem daran liegen, dass häufig schlicht die zeitlichen Ressourcen und das nötige Grundwissen fehlen, um den richtigen Einstieg zu finden. Auch bei den bereits aktiven Unternehmen mangelt es an grundsätzlichem:
„Ebenso wie an einer Strategie mangelt es dabei meist auch an Richtlinien, die den Umgang der Mitarbeiter mit dem sozialen Internet regeln. Entsprechende Vorschriften gibt es lediglich in jedem dritten Konzern (35 Prozent) sowie in jedem fünften mittleren (19 Prozent) und jedem zehnten kleinen Unternehmen (11 Prozent)“.
Für die Unternehmen birgt dies Risiken, denn ohne verbindliche Guidelines zum Umgang mit und der Kommunikation in Sozialen Netzwerken im geschäftlichen Rahmen besteht tatsächlich die Gefahr, dass letztere ein unerwünschtes Eigenleben entwickelt. Dies ist auch nach wie vor eine der größten Ängste, die Führungskräfte beschäftigt:
„Viele Befragte fühlen sich in den sozialen Medien unsicher, weil sie um den Datenschutz fürchten und Angst haben, die Kontrolle über die Kommunikation und ihr Wissen zu verlieren.“
Diese Angst ist, ohne eine fundierte Strategie und klare Richtlinien für Mitarbeiter, durchaus berechtigt.
Die aktive Kommunikation und der direkte Dialog im Social Web bieten zahlreiche Chancen zur Positionierung auch kleiner und mittlerer Unternehmen in einem hochdynamischen Umfeld. Kundenbindung und Service können nachhaltig vertieft und optimiert, neue Kunden über kompetenzbasierte Ansätze gewonnen werden. Ohne eine durchdachte Strategie und klare Vorgaben besteht jedoch die Gefahr, sich zu „verzetteln“, unnötige Risiken einzugehen und wertvolle Zeit zu vergeuden.
Den vollständigen Artikel im F.A.Z.-Blog sowie zwei interessante SlideShare-Präsentationen zum Thema Social Media finden Sie hier »
Zitate/Quelle: Netzökonom